Ausblick auf die GV-Saison 2026: Governance im Mittelpunkt - Verwaltungsräte, Vergütung und Nachhaltigkeit
Zürich, 13. Februar 2026 – Kurz vor Beginn der Generalversammlungen 2026 rückt das Thema Corporate Governance bei Schweizer Unternehmen wieder verstärkt ins Rampenlicht. Nachdem jahrelang Umwelt- und Sozialthemen (ESG) die Agenda und den Dialog mit den Aktionären dominiert haben, konzentrieren sich institutionelle Investoren nun wieder auf die Kernaspekte der Governance: Vergütung, Zusammensetzung des Verwaltungsrats und dessen Effizienz. Dieser Fokus auf das oberste Führungsgremium sowie die anhaltende Kritik an den Vergütungspraktiken werden die Debatten rund um die diesjährigen Generalversammlungen massgeblich prägen.
Das Vertrauen in Schweizer Verwaltungsräte ist nach wie vor hoch, bleibt jedoch fragil. Grund dafür ist die oft noch mangelnde Transparenz bezüglich der Zusammensetzung, der Kompetenzen und der Erneuerungsprozesse der Gremien.
Obwohl die Stimmrechtsrichtlinien grosser Investoren und Stimmrechtsberater im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert geblieben sind, wurden die Formulierung hinsichtlich der Verantwortung und der Rechenschaftspflicht von Verwaltungsräten deutlicher. verschärft. Unternehmen, die diese gestiegenen Erwartungen nicht proaktiv adressieren, müssen vermehrt mit Gegenstimmen und den daraus entstehenden Reputationsschäden rechnen.
Gleichzeitig wird das Abstimmungsverhalten vielfältiger. Immer mehr institutionelle Anleger (Asset Owner) nutzen ihr Stimmrecht gemäss eigenen Richtlinien, anstatt blind den Empfehlungen ihrer Vermögensverwalter oder Stimmrechtsberater zu folgen. Auch wenn dieser Trend noch am Anfang steht, erschwert die wachsende Meinungsvielfalt es den Verwaltungsräten, Abstimmungsergebnisse vorherzusehen. Für Unternehmen wird es daher umso wichtiger, ein tieferes Verständnis ihrer Aktionärsbasis zu entwickeln.